Dieses Wendetrikot aus Rastatt soll zum Patent werden

Aus zwei wird eins: Murat Semiz, Chef des Start-Up-Unternehmens MS Sports, hat ein
Fußballtrikot entwickelt, das beidseitig zu tragen ist. Damit müssen Heim- und
Auswärtstrikots keine unterschiedlichen Kleidungsstücke mehr sein.

 

 

Gleiches Trikot, aber zwei verschiedene Designs: Murat Semiz (links), Chef des Start-Up-
Unternehmens MS Sports, und Klaus Hoffmann wollen die Idee gemeinsam vermarkten.
Foto: Stefan Maue
01. März 2022
Viele Fans warten oft sehnsüchtig darauf, bis das gut gehütete Geheimnis gelüftet wird. Wie
sieht das Trikot ihres Vereins in der neuen Bundesligasaison aus? Welchen Eindruck
vermitteln Design und Farbe, was gefällt am Heimtrikot, und was missfällt an der
Ausstattung, die in auswärtigen Stadien getragen wird? Mit ähnlichen Fragen befasst sich
auch Murat Semiz.
Der 38-Jährige kennt das Fußballgeschäft durch seine Aktivitäten auf vielerlei Ebenen. In
seiner Jugend spielte er beim FC Nöttingen, engagierte sich als Jugendtrainer beim VFB
Gaggenau und beim FV Baden-Oos, war als Schiedsrichter aktiv und beschäftigte sich auch
mit der Organisation von internationalen Jugendfußballturnieren.
Zudem arbeitete er unter anderem als Spielanalyst und Scout für die TSG Hoffenheim.

 

Scout bei der TSG Hoffenheim

Es gelang mir dadurch, viele nützliche Kontakte zu knüpfen und ein zukunftsorientiertes
Netzwerk aufzubauen“, sagt Semiz, der zudem ein großes Interesse an organisatorischen
Abläufen hat, wie er betont. Aber nicht nur das: Sein besonderes Augenmerk gilt der
Ausstattung von Fußballvereinen mit Trikots.
Und dieser Aspekt mündete in die Gründung der Ausrüsterfirma MS Sports, bei der Semiz als
Partner auch das Sportmanagement-Unternehmen IA Sports an seiner Seite hat, das von Klaus
Hoffmann, ehemaliger Producer und Koordinator von Live-Sportevents beim Fernsehsender
Sky, geleitet wird. „Wir freuen uns, einen leistungsstarken Partner an unserer Seite zu haben“,
sagt Hoffmann.
Es gelang mir, ein zukunftsfähiges Netzwerk aufzubauen.
Murat Semiz, Chef von MS Sports
In seiner Zeit als Jugendtrainer sei ihm immer wieder aufgefallen, wie lange es doch dauert,
bis Kinder beim Training ihre Leibchen an- und ausgezogen haben, um in einer anderen
Formation zu spielen, sagt Semiz.
Und das habe ihn auf die Idee gebracht, ein Trikot auf den Markt zu bringen, gleichsam nach
dem Motto: Aus zwei mach eins. Im Klartext: Die Spieler brauchen nur noch ein Trikot.
Gewechselt werden muss es nicht mehr, denn wenn die Innenseite nach außen gekehrt wird,
bleibt es das gleiche Trikot, nur in anderem Design. Semiz hat nach eigenen Angaben seine
Idee bereits als Patent angemeldet. „Das Material besteht aus Polyester mit einigen Zusätzen,
die wir aber nicht verraten“, sagt er.

 

Glühender Fan von Fenerbahce Istanbul
Über erfolgreiche Praxistests kann der aus der Türkei stammende Semiz ebenfalls schon
berichten. Durch seine guten Kontakte in die Heimat und als glühender Fan des türkischen
Spitzenclubs Fenerbahce Istanbul werde in der Jugendabteilung von Fenerbahce das Trikot
schon genutzt – gelb bei Heimspielen, blau bei Auswärtspartien, so dass sich die
Vereinsfarben des Traditionsclubs auf jeden Fall im Outfit widerspiegeln.
Auch seine Verbindungen nach Kamerun hat Semiz intensiviert, denn er will auch dort auf
dem Markt der Sportausrüster mitmischen. Bei einem Empfang im Januar, war er eigens vom
Sportminister des Landes, Mouelle Kombi Narcisse, und auch von dem ehemaligen
Präsidenten der Afrikanischen Fußball-Föderation, Issa Hayatou, empfangen worden.
Mit seiner Idee möchte Semiz nicht zuletzt auch die Fans erreichen, die sich künftig nicht
mehr jeweils ein kostspieliges Heim- und Auswärtstrikot zulegen müssten, um passend für
einen Stadionbesuch ausgestattet zu sein.
Das ist eine hervorragende Idee.
Klaus Hoffmann, Geschäftspartner

 

Die gesamte Kollektion der Trikots lässt Semiz in der Türkei herstellen, wobei er bei der
Produktion großen Wert auf Nachhaltigkeit, nicht zuletzt durch die Verwendung hochwertiger
Baumwolle, legt. Außerdem distanziert er sich strikt von jeder Art von Kinderarbeit, die in
seinen Produktionsstätten ausgeschlossen sei.
Nicht nur das Wendetrikot, sondern auch Muster von vielen anderen Shirts, Mützen, Schals,
Trinkflaschen und anderen Utensilien stellt Semiz seit wenigen Tagen in dem neu eröffneten
Showroom in der Rastatter Zollersbühnstraße aus.
Dort können interessierte Vereine auch individuelle Wünsche für die Gestaltung ihrer Trikots
äußern. „Das ist eine hervorragende Idee, weniger für Bundesligavereine, die Geld haben,
sondern mehr für normale Amateurclubs“, bekräftigt Klaus Hoffmann, der mit seiner
Erfahrung und seinem Unternehmen als Partner die entsprechende Vermarktung unterstützen
soll.
Dabei sind sich Semiz und Hoffmann in ihrer Einschätzung einig: „Von der Entscheidung
über das Design bis zur Auslieferung der Trikots dauert es nicht länger als sechs Wochen.“

0 Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.